NF10 – FOTOKLUB FAVORITEN

1100 WIEN

Hindukusch …

Text/Fotos: Fritz Kramberger

 

Dieser Artikel hat nur indirekt mit dem Fotoklub zu tun. Vielleicht gibt es Leidensgenossen, die so wie ich vergeblich auf ein GLS-Paket gewartet haben ….

 

„ …. Am Rande der Stadt, die wenigen, die dort waren, schweigen darüber.“

 

Wie schön, eine Benachrichtigung: „Ihr Paket kommt zwischen 10 und 20:00 Uhr …“. Super, die Visitenkarten für den Fotoklub sind im Anmarsch. Also, aufgepasst, dass an dem Tag nicht ein Termin reinrutscht, auf die Mittags-Siesta verzichten und warten, warten, warten…

 

Nichts …

 

So gegen Abend hin, rasch mal die Emails durchsehen. Hoppla, Post von GLS.

 

„IHR PAKET LIEGT ZUR ABHOLUNG BEREIT“

 

mit einem freundlich lächelnder Mann auf dem Cover-Foto. Strahlend vor Freude hat er sein Päckchen abgeholt aus einem ganz ordentlichen Geschäft.

 

Ja aber, sapperlot, ich war doch den ganzen Tag wartend zu Hause. Der gute Mann von GLS ist zum wiederholten Mal meine Adresse gar nicht angefahren. Ärgern, ärgern, ….

 

Doch es hilft nix, da steht „Empfänger nicht angetroffen“. Ein Scherz? leider auf meine Kosten.

 

Na gut dann schauen wir mal, wo das Paket abholbereit abgelegt wurde.

 

Lese ich richtig?

 

Hindukusch? Hindukusch??

 

Schnell mal rekapitulieren, Hindukusch, das ist doch, zumindest laut meinem langjährig zurückliegenden Geografieunterricht, ein Gebirge irgendwo in Asien. Afghanistan, Pakistan, Indien? Mhhh, ein weiter Weg ….

 

Ja wurst, ist ja eine Adresse dabei….

 

Ohjoijoi, Sahulkastraße… da sind doch die “Senfbauten” …. so nennen wir bei uns diesen Gemeindebau. Oft fahren wir da mit dem Auto vorbei, da will keiner hin, zumindest nicht freiwillig.

 

Also aufgemacht, natürlich mit Fotoapparat, das Paket abholen. Mit trüben Gedanken, was da alles so kommt.

 

Bei den „Senfbauten“ angekommen, hält mich ein warnender Gedanke zurück…

 

„Geh da nicht rein…“.

 

Aber es hilft nichts. Los geht’s. Nach wenigen Schritten bin ich von einem klaustrophobischen Gefühl gefangen, viele Gänge, unübersichtliche und dunkle Ecken, Stiegen rauf, Stiegen runter, Schimmel, Graffitis ….

 

Frauen, schwarz gekleidet, ob ich die Fragen soll, wo der Paketshop ist? Ich lass es bleiben und irre weiter umher. Das depressives Gefühl wird immer schlimmer, bemächtigt sich meiner.

 

Ob ich jemals mein Paket sehen werde, werde ich je hier wieder heil rauskommen?

 

Dann, ich hab schon nicht mehr daran geglaubt, ein versteckter Hinweis, ein Geschäft …. Ist das ein Geschäft, oder was ist das…

 

Ich nehm meinen ganzen Mut zusammen und betrete den, ich sag mal Laden.

 

Oh mein Gott, wo bin ich da … , vermutlich war das vor vielen Jahren mal ein Lebensmittelgeschäft, war… Da eine verdreckte Glasvitrine, ein paar Regale, irgendwo entdecke ich auch noch ein paar Ölflaschen, ein paar Naschsachen, wird das noch verkauft?? pffffff …

 

Jedenfalls liegen in dem Laden hunderte Pakete herum. Ich sehe einen fremdländisch wirkenden Mann und frage mal nach: „Ist das hier der Paketshop?“ … Ja, ist  es.

 

Der Mann unterzieht mich einer Ausweiskontrolle und dann macht er sich stampfend über Paketberge auf die Suche.

 

Ich rufe hinterher. „Muss ein kleines Paket sein…“ 250 Visitenkarten sollten zumindest so gepackt sein. Nach kurzer Zeit hat er es.

 

Ich bedanke mich und gehe … ,,,, oh Gott bin ich froh, da wieder raus zu kommen …

 

Spontan fällt mir auch ein Spruch aus einer Fernsehserie ein:

 

„ …. Am Rande der Stadt, die wenigen, die dort waren, schweigen darüber… “

 

Antwort auf meine Beschwerde

hilft nix, beim nächsten Mal wahrscheinlich dieselbe Prozedur.

Karl-Wrba-Hof

Der Karl-Wrba-Hof ist eine städtische Wohnhausanlage im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten.

 

Der Gemeindebau wurde in den Jahren 1972–1982 errichtet und verfügt über 1.048 Wohnungen. Insgesamt arbeiteten acht Architekten an der Realisierung des Projektes.

 

Der Hof wurde nach Karl Wrba (1900–1973), dem langjährigen Bezirksvorsteher von Favoriten benannt.

 

Der Karl-Wrba-Hof besteht aus 35 Stiegen in unterschiedlichen Bauhöhen. Es leben ca. 3.300 Menschen in diesem Hof.

 

Diesen Gemeindebau zeichnen eine Vielzahl von Flachbauten (vor allem in den Innenhöfen), Balkonen, Loggien und Terrassen aus.

 

Ein weiteres Markenzeichen sind die gelblich-beigen Eternitfassaden, die dem Bau den Spitznamen „Senfbauten“ einbrachte. Ein Hof geht in den anderen über. Durchgänge, Gassen, Stiegen, Rampen und Arkaden verbinden die einzelnen Teile der Anlage miteinander.

Alle Fotos out of Cam. Olympus PEN F, 9-18mm, jpg/monochrom