La Gacilly-Baden

2026-07-29

Das Festival La Gacilly-Baden Photo 2026 fußt auf drei Erzählsträngen: Zum einen wird auf einer jährlich wechselnden Geographie in etwa zehn Bilderzählungen die Conditio Humana verhandelt. Unter dem Titel SO BRITISH! setzt sich das Festival mit der Alltags- und Lebenssituation der Menschen in England auseinander.

Der zweite Narrativ ist dem Zustand des Planeten Erde gewidmet – das heißt es gibt Reportagen aus mehreren Ländern und Kontinenten. Unserem Festival ist es seit seiner Gründung herausfordernde Verpflichtung, die Natur, die uns Leben schenkt, immer wieder in den Mittelpunkt der Ausstellungen zu stellen. Wir zeigen Fotoreportagen zwischen Schönheit, humanistischer Reflexion, Wut und Verzweiflung.

Der dritte Teil des Festivals präsentiert Positionen der Österreichischen Fotografie und würdigt den 200. Geburtstag der Fotografie.

30 bis 35 Ausstellungen widmen sich verschiedensten Aspekten der Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Umwelt. Ausgehend vom Besucherzentrum am Brusattiplatz erstreckt sich das Festival, aufgeteilt in eine Garten-Route und eine Stadt-Route, über 7 Kilometer Länge. Eingebettet in den öffentlichen Raum sind rund 1.500 Fotografien der weltbesten Fotograf:innen im Großformat zu sehen, manche bis zu 200m² groß.

Es ist das größte Outdoor-Fotofestival Europas. Im Jahr 2025 haben 336.288 Besucher:innen das Festival La Gacilly-Baden Photo besucht. Der Eintritt ist frei.

© by Festival La Gacilly-Baden Photo

PLATON

PEOPLE POWER

31.05.–09.08.2026

Platon ist bekannt für seine ikonischen, psychologisch eindringlichen Porträts von politischen Entscheidungsträger:innen, Aktivist:innen, Künstler:innen und wegweisenden Persönlichkeiten unserer Zeit. Seit Jahrzehnten erscheinen seine Arbeiten in internationalen Leitmedien wie The New Yorker oder Rolling Stone – mehr als dreißig Mal landeten sie auf dem TIME-Cover und zählen längst zu den Bildern, die unser visuelles Verständnis von Macht, Verantwortung und Menschlichkeit nachhaltig prägen.

PEOPLE POWER versammelt seine herausragendsten Porträts – von Machthabern und Autokraten wie Wladimir Putin und Donald Trump oder früheren Diktatoren wie Muammar al-Gaddafi über Aktivist:innen wie Pussy Riot bis hin zu herausragenden Künstler:innen und Popikonen wie Prince, Adele oder Harry Styles.

Gerade diese Bandbreite macht PEOPLE POWER so besonders. Platon begegnet all seinen Porträtierten mit derselben radikalen Offenheit, egal ob Staatslenker:in oder Mensch von nebenan: Gesichter der Porträtierten werden lesbar, Macht wird nicht glorifiziert, sondern hinterfragt. Über sein Vorgehen sagt Platon selbst: „One of the biggest things I’ve learned is to be really honest with people. It’s a great risk, but if you are sincere and have the courage to reach out with an open hand, do it.“ Dieses Credo bestimmt seine intensiven Begegnungen mit Politiker:innen, Superstars und Aktivist:innen gleichermaßen und zieht sich als prägnante Handschrift durch sein gesamtes Werk. 

Zugleich erweitert die Ausstellung den Blick: Mit den Köpfen der Weltpolitik und den Porträts internationaler Superstars treten im WestLicht Arbeiten aus der Serie The Defenders in einen spannungsvollen Dialog. Angestoßen 2010 durch einen Auftrag der Organisation Human Rights Watch entwickelte sich ein Projekt, das Platon über Jahre hinweg in Konflikt- und Krisengebiete auf der ganzen Welt führte – von den Protesten in Kairo während des Arabischen Frühlings über Begegnungen mit Dissident:innen in Russland bis hin zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und zu Aktivist:innen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Für Platon zentral ist dabei die Botschaft, dass diese Held:innen des Alltags, die unter größtem persönlichen Risiko Verantwortung für andere übernehmen, den Staatslenker:innen in nichts nachstehen und dass Qualitäten wie Einfluss, Würde und innere Stärke nicht aus politischen Ämtern erwachsen. 

Platon wurde 1968 in London geboren und verbrachte seine Kindheit in Griechenland. Er studierte in London am Central Saint Martins College of Art and Design sowie am Royal College of Art, bevor er Ende der 1990er-Jahre vollständig zur Fotografie wechselte. Sein Porträt von Wladimir Putin erschien 2008 auf der Titelseite des Magazins TIME und wurde mit einem ersten Preis in der Kategorie Porträt des World Press Photo Contest ausgezeichnet. Ein weiteres Bild aus demselben Shooting, das den russischen Präsidenten in der Pose eines Mafiabosses zeigt, gilt als eines seiner bekanntesten und meistdiskutierten Werke überhaupt. Ab 2008 arbeitete Platon als Fotograf für den New Yorker. Während der Hauptversammlung der Vereinten Nationen im September 2009 porträtierte er binnen fünf Tagen über 130 Staats- und Regierungschefs in einem improvisierten Studio im UNO-Gebäude am East River – ein bis heute einzigartiges fotografisches Unterfangen. Zusammen mit The New YorkerHerausgeber David Remnick veröffentlichte er 2011 den vielbeachteten Fotoband Platon – Portraits of Power

PEOPLE POWER entfaltet eine vielschichtige und beeindruckende Auseinandersetzung mit Autorität, Macht und Würde – und stellt dabei konsequent den Menschen in den Mittelpunkt. Wenngleich die Fotografien in den 2000er- und 2010er-Jahren entstanden sind, hallen ihre Aussagen über Mut und Verantwortung bis in die Gegenwart nach und verleihen der Ausstellung eine berückende Aktualität. 

© Westlicht

BRUCE GILDEN – A CLOSER LOOK      

Exkursion der Fotoklubmitglieder am 12.02.2026 ins WESTLICHT

 

Bruce Gilden ist mit seiner unverwechselbaren Bildsprache einer der großen Vertreter der Street Photography und einer der kompromisslosesten Porträtfotografen unserer Zeit. Seit über fünf Jahrzehnten – und seit 1998 als Mitglied bei Magnum Photos – richtet er seine Kamera auf jene, die sonst im Schatten stehen: Randfiguren der Gesellschaft, Nonkonformist:innen und Außenseiter:innen.

Mit radikaler Nähe und ungeschönter Direktheit schafft er kraftvolle Bilder, die uns unmittelbar konfrontieren, verstören und berühren.

Geboren 1946 in Brooklyn, New York, fand Gilden nach einem kurzen Soziologiestudium seinen eigenen Weg in die Fotografie. Abgesehen von einigen Abendkursen an der School of Visual Arts betrachtet er sich als Autodidakt – ein Ansatz, der seine unverwechselbare Handschrift bis heute prägt. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, vielfach ausgezeichnet und in mehr als dreißig Büchern veröffentlicht.

Mit der Ausstellung A CLOSER LOOK, bis 22. Februar 2026 im WestLicht zu sehen, wird das Werk von Bruce Gilden nun erstmals als Einzelausstellung in Wien präsentiert.

(C) WestLicht